Es gab eine Zeit in meinem Leben, da hatte ich chronische Schmerzen. Nicht für ein paar Wochen, sondern über Jahre. Der Anfang war eine Hand-OP mitten im Sportstudium. Eine Fehldiagnose und darauffolgende Operation – plötzlich stand im Raum, ob ich mein Studium überhaupt fortsetzen kann. Kurz darauf folgten zwei Bandscheibenvorfälle. Mein Rücken wurde zu einer dauerhaften Baustelle. Später kamen weitere Probleme hinzu: anhaltende Beschwerden in Schulter und Hüfte.
Ich war motiviert, diszipliniert und leistungsbereit. Ich habe trainiert, mich angestrengt und durchgezogen. Gleichzeitig war ich erschöpft, habe funktioniert und viel kompensiert – auch übers Essen. Phasen von Übergewicht, emotionalem Essen und permanenter Anspannung gehörten genauso dazu wie der Versuch, das alles mit noch mehr Training in den Griff zu bekommen.
Ich habe mir Hilfe bei Profis gesucht – bei Ärzt:innen, bei Physiotherapeut:innen, im sportlichen Umfeld. Ich erinnere mich an viele Empfehlungen, Regeln und No-Gos. An Sätze wie: „Kein schweres Krafttraining mehr.“ Oder: “Suchen Sie sich einen anderen Beruf.”
Nichts davon brachte wirklich die Wende. Die Schmerzen blieben. Und zurück blieb dieses schale Gefühl, dass niemand wirklich hinschaut. Ich saß da und wusste nur eines: So kann es nicht weitergehen. Und so will ich nicht mit meinem Körper leben.